Die Plattmacher

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hätte es gerne weiterhin bequem: Nochmal fünf Jahre mit dem braven Mehrheitsbeschaffer SPD an der Seite, in einer Regierungskoalition, die aus über 70 Prozent aller Abgeordneten des saarländischen Landtags besteht. Damit kann wirklich nichts mehr schief gehen. Mit dieser geballten Übermacht ließe sich dann wieder fünf Jahre lang locker regieren.

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Lohngerechtigkeit unter Lehrkräften wird im Saarland eine Utopie bleiben

Es ist ein Missstand, auf den immer mal wieder hingewiesen wird, ohne dass etwas Entscheidendes passiert: Grund- und Hauptschullehrkräfte verdienen im Saarland weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen mit Realschul- oder Gymnasialausbildung.

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Gabriel will Milliarden für die Bildung

csm_pressefoto_gabriel-2000x1333_knoll_b37407922cWider besseres Wissen

Der SPD-Vorsitzende und mögliche Kanzlerkandidat Sigmar Gabriel hat angesichts mieser Umfragewerte und nahender Bundestagswahlen sein soziales Gewissen wiederentdeckt. Die SPD ist für ihn auf einmal wieder eine „linke Volkspartei“, die sich in Zukunft stärker um Familien, Alleinerziehende und Rentner kümmern werde. Gabriel will Milliarden in den Straßenbau, den sozialen Wohnungsbau und die Bildung investieren. Ja, gerade für die Bildung ist Bundespolitikern grundsätzlich nichts zu teuer. Denn hier lassen sich bequem Versprechungen machen, die niemals eingelöst werden müssen. Bildung ist Ländersache und die Länder werden Gabriel etwas husten. Es herrscht immer noch das sogenannte Kooperationsverbot. Die Länderchefs lehnen jegliche Einmischung des Bundes in die Bildungsfinanzierung kategorisch ab, auch wenn es sich dabei um finanzielle Hilfen handelt. Sie wollen stattdessen höhere Anteile aus Steuermitteln, die nicht zweckgebunden für die Bildung ausgegeben werden müssen.
In SPD-Kreisen wird zwar immer wieder die Aufhebung des Kooperationsverbots gefordert, jedoch der Koalitionspartner CDU sieht keinen Handlungsbedarf.
Sigmar Gabriel weiß das alles …

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Der Anschein einer Oberstufe

Seit dem Start der Gemeinschaftsschule im August 2012 war klar: eine Oberstufenlösung musste irgendwann mal kommen. Denn spätestens bis Ende 2017 sollten die ersten Abi-Kandidaten und deren Eltern wissen, wie denn nun an der Gemeinschaftsschule Abitur gemacht werden kann. Weiterlesen

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Die Schmierenkomödie

Der saarländische Landtag hat mit den Stimmen der Großen Koalition eine Rückkehr zu G9 (Abitur an den Gymnasien nach 9 Jahren) erwartungsgemäß abgelehnt. Die Elterninitiative G9-Jetzt! hatte die parlamentarische Auseinandersetzung mit dem Thema erzwungen, nachdem die meisten Bundesländer inzwischen wieder von G8 abgerückt sind und ein G9 zumindest teilweise ermöglichen. Lediglich das Saarland hält bisher stur und verbissen am Turbo-Abitur fest. Weiterlesen

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Der Landtagspräsident aus der Regionalliga

Der saarländische Landtag hat den bisherigen CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Meiser zum neuen Landtagspräsidenten gewählt. Leider ging es dabei weniger um das Ansehen der Amtes, um eine würdige Nachfolge des verstorbenen Hans Ley, sondern einzig und allein um den Ämterproporz. Weiterlesen

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130 neue Lehrer für die Grundschulen??

Bildungsminister Ulrich Commerçon rechnet angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingskindern für das laufende Schuljahr mit 90 zusätzlichen Klassen. Statt der zunächst vorgesehenen Einsparung von Lehrerstellen sollen nun an den Grundschulen 130 neue Lehrkräfte eingestellt werden. Weiterlesen

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Zur Lehrersituation im Saarland (Teil 2)

Lehrer haben keine Lobby

Haben eigentlich die Lehrer im Saarland schon mal gestreikt? Ich kann mich nicht erinnern. Gründe für den Arbeitskampf gäbe es genug. Wer im Saarland Lehrer wird, muss damit rechnen, in den ersten Berufsjahren bei geringer Lohneinstufung mit Teilzeit- oder befristeten Verträgen abgespeist zu werden. Das Saarland gehört außerdem bundesweit zu den Schlusslichtern, was Klassengrößen und Lehrerarbeitszeit angeht. Kein anderes Bundesland gibt so wenig für seine Schüler aus. Auch der Anteil schwieriger und verhaltensauffälliger Kinder ist überdurchschnittlich hoch.
Die Lehrkräfte schimpfen viel über ihre Arbeitsbedingungen, doch sie tun es meist nur untereinander oder hinter vorgehaltener Hand. Ändern tut sich nichts. Von Streit- bzw. Streikkultur ist an saarländischen Schulen wenig zu spüren.

Miserable Angestelltenverträge oder Verbeamtung?
Diese Zurückhaltung hat jedoch nichts mit Duckmäusertum zu tun. Sie beruht auf ganz konkreten und nachvollziehbaren Ursachen. Der Hauptgrund liegt auf der Hand: 90 Prozent aller saarländischen Lehrer sind Beamte. Sie dürfen nicht streiken. Nebenbei bemerkt: Hier verstoßen die Bundesländer eindeutig gegen geltendes EU-Recht, das Beamten ausdrücklich ein Streikrecht gestattet.
Die verbleibenden 10 Prozent der Lehrkräfte arbeiten daran, ebenfalls verbeamtet zu werden. Sie wollen verständlicherweise so schnell wie möglich aus dem schlecht bezahlten Angestelltenverhältnis rauskommen. Der Unterschied zum Beamtengehalt beträgt bei einer Vollzeit-Stelle mindestens 600 Euro netto. Die Angestelltenverträge des Landes sind zudem in den meisten Fällen Teilzeitverträge, die so schlecht bezahlt sind, dass man davon keine Familie ernähren kann. Wer würde unter diesen Umständen das Risiko eingehen, sich bei der Schulleitung oder beim Ministerium unbeliebt zu machen? Nein, es wird alles geschluckt: die schlechte Bezahlung, der chaotische Stundenplan, der Einsatz in den schlimmsten Klassen.
Glücklich können sich allenfalls diejenigen schätzen, die sogenannte Mangelfächer unterrichten. Das sind Fächer, für die dringend Lehrer gebraucht werden. Solche Lehrkräfte werden oft schon direkt mit einer Verbeamtung eingestellt. Andere müssen warten und hoffen, oft jahrelang. Alles hängt vom Wohlwollen der Landesregierung ab. Hat man die Verbeamtung dann endlich geschafft, verbessert sich zwar die wirtschaftliche Situation, doch damit werden dann auch endgültig alle Möglichkeiten der Selbstbestimmung hinfällig. Nur noch der Staat entscheidet. Arbeitszeitverlängerungen, Lohnkürzungen, Nullrunden, steigende Selbstbeteiligungen bei den Krankheitskosten, Zwangsversetzungen, das alles kann gegen den Willen der Betroffenen verfügt werden. Die Gewerkschaften werden zwar ihren Widerstand anmelden und versuchen, die schlimmsten Nachteile abzumildern. Aber ihre wirksamste Waffe, der Streik, kann nicht eingesetzt werden. Auf diese Weise konnte das Saarland beispielsweise in den letzten 20 Jahren bereits drei mal ohne nennenswerten Widerstand die Lehrerarbeitszeit erhöhen.

Gewerkschaften und Parteienfilz
Die Interessen der Lehrkräfte werden im Saarland durch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie den Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (SLLV) vertreten. Um allerdings wirklich etwas bewegen zu können, wäre es nötig, dass beide an einem Strang ziehen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Ideologisch verblendet, sieht jeder den anderen vor allem als Konkurrent und man wird nicht müde, sich gegenseitig Unfähigkeit oder Tatenlosigkeit vorzuwerfen. Hier wird das geradezu unerträgliche Parteiengeklüngel in unserem kleinen Bundesland ganz offensichtlich. Die GEW neigt stark zu SPD, der SLLV eher zum konservativen Lager. Daraus entsteht eine irrwitzige Situation: Je nach dem, von welcher Partei das Bildungsministerium geführt wird, schweigt entweder der SLLV oder die GEW. Es fällt auf, dass unter der großen Koalition mit einem SPD-Bildungsminister von der GEW nicht mehr viel zu hören ist. Stellungnahmen zu brisanten Themen werden vermieden. Die meisten Verlautbarungen sind nach folgendem Muster gestrickt: „Wir begrüßen die Entscheidung des Bildungsministers, aber …“ Dann folgen ein paar laue Vorbehalte und – nicht zu vergessen – die abschließende Bemerkung, in der noch die eingeschlagene Richtung gelobt wird. Was hier jedoch einzig und allein stimmt, ist die Parteirichtung. Denn nun ist auf einmal die Rückkehr zu G9 „nicht mehr angebracht“ und es gibt auch nur verhaltene Einwände gegen die Einführung der Inklusion mit der Brechstange

Eine Schulpolitik von oben herab nach preußischem Muster und Gewerkschaften als zahnlose Tiger, verfangen im Gestrüpp des Parteienfilz, sind die schlechtesten Voraussetzungen für die Entstehung guter Bildung. Die Schulen werden von einer Bürokratie verwaltet, die in erster Linie die rigiden Sparvorgaben der Politik umsetzen muss. Klassengröße, Lehrereinsatz, Lerninhalte und Fächerkanon sind strengen Richtlinien unterworfen. Die Lehrkräfte können ihre Arbeitsbedingungen nicht selbst bestimmen, obwohl sie am besten wissen, was nötig wäre. Sie wissen nie genau, was auf sie zukommt und müssen zu Beginn jedes neuen Schuljahrs damit rechnen, dass ihnen wieder neue Aufgaben und Verpflichtungen auferlegt werden. Die längst fällige Wende in der saarländischen Schulpolitik kann nur von innen heraus gelingen. Doch davon sind wir Lichtjahre entfernt.

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Zur Lehrersituation im Saarland

Die Lehrer-Feuerwehr – ein Instrument der Hilflosigkeit

Während einer saarländischen Landtagsdebatte zum Thema Unterichtsausfall kritisierte der ehemalige saarländische Bildungsminister und Grünen-Abgeordnete Klaus Kessler den hohen Anteil des strukturellen Unterrichtsausfalls an saarländischen Berufsschulen. Damit gemeint ist Unterricht , der in der Stundentafel vorgesehen ist, jedoch mangels Vertretungskräften nicht gehalten werden kann, also komplett ausfällt. Bildungsminister Commerçon bemühte sich redlich, diese Kritik zu entkräften und verwies auf eine Erweiterung der sogenannten Lehrer-Feuerwehr um 72 Prozent (!) auf 389 Stellen.

Armutszeugnis, aber kein Erfolg

Das sollte eine Erfolgsbilanz sein, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Denn wer den Schulbetrieb kennt, der weiß: wenn solche Aushilfskräfte immer häufiger eingesetzt werden müssen, dann ist die gesamte Unterrichtsversorgung marode. Eine gut personalisierte Schule braucht keine Lehrerfeuerwehr.

Die „mobile Lehrerreserve“ ist eine besonders schlimme Form staatlicher Ausbeutung. Junge Leute mit wenig Erfahrung, meist mit befristeten Billig-Verträgen, werden sozusagen den Schülern zum Fraß vorgeworfen. Sie sind frei verfügbare Lückenbüßer. Man steckt sie mehr oder weniger willkürlich in die Stunden, in denen gerade Lehrer fehlen. Meistens geht es nur darum, die Schüler irgendwie zu beschäftigen. Hauptsache, es steht etwas im Klassenbuch. Feuerwehrlehrer können froh sein, wenn sie – beispielsweise als Schwangerschaftsvertretung – eine Klasse über mehrere Monate hinweg durchgängig unterrichten dürfen. Doch ihr Einsatz ist meist nicht mehr als ein kurzes Gastspiel. Die Kinder wissen das und nehmen keine Rücksicht. Unterrichtsstörungen und Disziplinlosigkeit sind an der Tagesordnung. Die Unterrichtsqualität leidet.

Das Saarland verliert im Länderwettbewerb

Je mehr Feuerwehrkräfte erforderlich sind, desto schlimmer ist es um die Lehrerversorgung einer Schule bestellt. Es gibt dann entweder zu wenig fest beschäftigte Lehrkräfte oder der Krankenstand im Kollegium ist dauerhaft zu hoch. Oft trifft auch beides zu. Hauptursache für dieses Dilemma sind die Schwierigkeiten des Saarlandes, geeignete Lehrkäfte zu finden bzw. zu bezahlen. Viele gut ausgebildete Lehrer, die nicht ortsgebunden sind, gehen in ein anderes Bundesland mit besserer Eingangsbesoldung, mit festem Vertrag und eventuell sogar mit der Zusage einer Verbeamtung. Das hat gravierende Folgen für den saarländischen Bildungsstandort: Der Lehrereinsatz erfolgt hierzulande kaum noch nach pädagogischen Gesichtspunkten. Die Lehrkräfte werden bei der Planung des Schuljahrs oftmals willkürlich verheizt, nur damit die Stundentafel irgendwie eingehalten werden kann. Sie müssen häufiger als in anderen Bundesländern fachfremden Unterricht erteilen (in einem Fach, das sie nicht studiert haben). Oder sie werden überwiegend oder ausschließlich nur in einem arbeitsintensiven Hauptfach eingesetzt, weil dort Fachlehrkräfte fehlen (Beispiel: die Lehrerin für Deutsch und Religion, die aber nur Deutsch unterrichten darf). Zudem erhöhen sich auch die Vertretungsstunden, die zusätzlich vom Stammpersonal gehalten werden müssen.

Teufelskreis

Im Zuge dieser Mehrbelastungen entstehen hohe Unterrichtsausfälle wegen Überforderung und Burnout. Ein Teufelskreis, denn nun sind wiederum mehr Feuerwehr-Lehrkräfte erforderlich. Doch deren verstärkter Einsatz trägt nichts dazu bei, diese personellen Schwierigkeiten zu beseitigen. Im Gegenteil: die Missstände werden zementiert und nach außen hin wird nur der Schein einer funktionierenden Unterrichtsversorgung gewahrt.

Saarländische Schulen brauchen dringend mehr fest beschäftigte und qualifizierte Lehrkräfte in allen Fächern. Die Lehrerfeuerwehr ist zwar billig, aber auf Dauer keine Lösung. Unter diesen Umständen, wie geplant, noch 588 Lehrerstellen einzusparen, wäre sicherlich die schlechteste aller Lösungen.

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Das Märchen von der G9-Alternative

Gemeinschaftsschulen sollen im Saarland das abgeschaffte G9-Abitur ersetzen

Die Politik hält im Saarland verbissen am Turbo-Abitur G8 fest. Dafür gibt es eine inoffizielle und eine offizielle Begründung. Nachvollziehbar, jedoch völlig unakzeptabel, ist die inoffizielle: Den inzwischen erzielten Spareffekt durch die Abschaffung der Klassenstufe 13 will man sich nicht mehr nehmen lassen. Als offizielle Begründung wird dagegen immer wieder steif und fest behauptet, mit der Gemeinschaftsschule sei ja schließlich eine G9-Alternative vorhanden. Doch diese Behauptung ist schlichtweg eine Täuschung. Eine einheitliche G9-Oberstufe für die Gemeinschaftsschulen ist bis jetzt noch nicht einmal ansatzweise in Sicht. Ein echtes G9 bis zur Klassenstufe 13 wird es für die Gemeinschaftsschulen nach jetzigem (Schulden-)Stand wahrscheinlich niemals geben. Möglich ist allenfalls ein G8 am Gymnasium mit Wiederholung der Klassenstufe 10. Doch damit wird die Gemeinschaftsschule als Alternative („auf Augenhöhe“) zum Gymnasium ad Absurdum geführt. Sie kann nicht zum Abitur führen, wenn dies letztlich nur am Gymnasium absolviert werden kann. Ihr fehlt eine eigene G9-Oberstufenstruktur. Die Abi-Kandidaten der Gemeinschaftsschulen landen überwiegend in den Oberstufenklassen 11 und 12 der Gymnasien, wo dann kein Unterschied mehr gemacht wird zwischen ihnen und den Gymnasiasten. Das ist und bleibt ein G8, wenn auch mit einjähriger Unterbrechung.

Eine echte G9-Alternative bieten lediglich die beiden Oberstufen für die Gesamtschulen in Neunkirchen und Saarbrücken. Dort werden die Schülerinnen und Schüler aus den 10 Gesamtschulen des Regionalverbands Saarbrücken und der Landkreise Neunkirchen und Saarpfalz aufgenommen und konsequent bis zum Abitur in Klassenstufe 13 geführt. Das sind jedoch gerade mal 10 von insgesamt etwa 130 Gemeinschaftsschulen, die ab dem Schuljahr 2018/2019 eine Oberstufe anbieten müssen.

Ein G9-Alternative stellen auch die sogenannten beruflichen Oberstufengymnasien dar. Dabei handelt es sich um Oberstufenklassen, die den Berufsbildungszentren zugeordnet sind und in einem zwei- bzw. dreijährigen Ausbildungsgang zu einer Hochschulreife mit berufsbezogener Orientierung führen. Im Saarland gibt es sieben berufliche Oberstufengymnasien, fünf in den Landkreisen und zwei im Regionalverband Saarbrücken. Ihre Aufnahmekapazität ist jedoch wegen des begrenzten Raumangebots sehr gering.

Die meisten Gemeinschaftsschulen werden demnach nur mit dem (G8-)Gymnasium kooperieren können, um ihren Kandidaten ein Abitur zu ermöglichen. Und das ist ein Abitur in Jahrgang 12. Damit bleibt also mit wenigen Ausnahmen alles bei G8. Es sei denn, die Landesregierung würde bis zum Stichtag noch eine ganze Reihe gemeinsame Oberstufen nach dem Muster der Gesamtschulen etablieren. Doch wer angesichts unserer miesen Finanzlage daran glaubt, der glaubt auch an den Osterhasen. Wir wissen zwar, dass Investitionen in Bildung sich langfristig auszahlen. Doch solche Erkenntnisse zählen im Saarland schon lange nicht mehr. Es wird daher wohl weiterhin geflickschustert. Das schlagende Argument, die Gemeinschaftsschule könne ein G9-Abitur anbieten, bleibt somit eine Farce.

 

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