Lohngerechtigkeit unter Lehrkräften wird im Saarland eine Utopie bleiben

Es ist ein Missstand, auf den immer mal wieder hingewiesen wird, ohne dass etwas Entscheidendes passiert: Grund- und Hauptschullehrkräfte verdienen im Saarland weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen mit Realschul- oder Gymnasialausbildung.

Diesmal hat der saarländische Lehrerinnen und Lehrerverband SLLV das Thema aufgegriffen. Die SPD-nahe saarländische GEW verhält sich still und bleibt aus „Solidarität“ zu ihrem SPD-Bildungsminister lieber in der sicheren Deckung. 
Doch der Vorwurf ist berechtigt. Die Bezahlung des pädagogischen Personals orientiert sich hierzulande offensichtlich immer noch am Alter der Schützlinge. Je kleiner die Kinder, desto geringer der Lohn. Andererseits weiß man aber inzwischen auch bei uns, welche herausragende Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die erfolgreiche Entwicklung eines Kindes zukommt. Und das ist auch ein Grund, weshalb das Aufgabenfeld für die Beschäftigten in Kindergärten und Grundschulen seit Jahren größer wird. Die damit einhergehende Wertschätzung durch eine angemessene Entlohnung hat jedoch bis heute nicht stattgefunden.

Um zu wissen, wie es richtig gemacht wird, reicht ein Blick über den Zaun. In den skandinavischen Länder ist es genau umgekehrt: Am meisten investiert wird in die Entwicklung der Jüngsten.
Bei uns im real existierenden Bildungsföderalismus ist sowas undenkbar. Hier hat jedes Bundesland in Sachen Bildung absolute Narrenfreiheit. Und wenn´s – wie vor allem im Saarland – schlecht um die Finanzen steht, wird kräftig bei Schulen, Hochschulen und eben auch beim Lehrpersonal gespart. Das ist zum Beispiel der einzige Grund, weshalb hier so verbissen am G8 festgehalten wird. Abitur in 8 Jahren ist zwar eindeutig billiger aber auch kontraproduktiv, wie alle inzwischen vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen belegen. 
Jedes Bundesland kocht sein eigenes Bildung-Süppchen. Es gibt kein verbindliches gesamtstaatliches Konzept. Wenn Statistiken zur Bildungssituation Deutschlands zitiert werden, dann handelt es sich immer nur um einen Mittelwert aus den 16 verschiedenen Bildungssystemen der Bundesländer bzw. Stadtstaaten. Kein Land der Welt würde seine Bildungshoheit einfach so aus der Hand geben.

Dieser Beitrag wurde unter Bildungsföderalismus, Bildungsqualität abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe hier Deinen Kommentar!