<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>PiSAAR &#187; Schulstruktur</title>
	<atom:link href="http://www.pisaar.de/category/schulstruktur/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.pisaar.de</link>
	<description>Bildungsblog Saar</description>
	<lastBuildDate>Tue, 31 Jan 2012 11:12:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>2012: Das bildungspolitische Schaltjahr</title>
		<link>http://www.pisaar.de/2012-das-bildungspolitische-schaltjahr/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/2012-das-bildungspolitische-schaltjahr/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 19:02:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtschule]]></category>
		<category><![CDATA[Landespolitik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/?p=901</guid>
		<description><![CDATA[2012 wird ein wichtiges Jahr für alle, die im Saarland am Bildungsprozess beteiligt sind. Durch die Einführung der Gemeinschaftsschule (GemS) zum 1. August müssen die Betroffenen (oder besser: Leidtragenden) sich wieder mit einer gravierenden Schulstrukturreform abfinden: Die Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen werden zu Gemeinschaftsschulen (ähnlich den bisherigen Gesamtschulen) zusammengefasst. Die Begeisterung für diese Reform hält [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.pisaar.de/wp-content/uploads/2012/01/GemS-Schwein3001.png"><img class="alignleft size-full wp-image-905" style="margin: 3px 5px 5px 0pt;" title="GemS-Sparschwein" src="http://www.pisaar.de/wp-content/uploads/2012/01/GemS-Schwein3001.png" alt="" width="300" height="234" /></a><strong>2012 wird ein wichtiges Jahr für alle, die im Saarland am Bildungsprozess beteiligt sind. Durch die Einführung der Gemeinschaftsschule (GemS) zum 1. August müssen die Betroffenen (oder besser: Leidtragenden) sich wieder mit einer gravierenden Schulstrukturreform abfinden: Die Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen werden zu Gemeinschaftsschulen (ähnlich den bisherigen Gesamtschulen) zusammengefasst.</strong></p>
<p>Die Begeisterung für diese Reform hält sich bisher trotz des enormen Werbeaufwands deutlich in Grenzen. Die Leute haben es satt, dass immer wieder am Schulsystem rumgedoktert wird und Bestehendes sich nie ungehindert entwickeln kann, weil mit der nächsten Landesregierung schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Die Skepsis gegenüber solchen Schulreformen ist im Saarland tief verwurzelt und hat begründete Ursachen. Eltern, Schüler und vor allem Lehrkräfte wissen, dass alle bisherigen vermeintlichen Reformen noch nie zu wirklichen Verbesserungen geführt haben. Und das ist ja auch kein Wunder, denn dieses hektische Streben nach Veränderung war im hoffnungslos überschuldeten Saarland noch nie wirklich auf die Absicht zurückzuführen, bessere Lernbedingungen und Bildungschancen zu schaffen. Tatsächlich standen immer finanzpolitische Erwägungen im Vordergrund. Alle Änderungen am Status Quo brachten zwar Einsparmöglichkeiten aber letztlich keine besseren schulischen Bedingungen. Durch die Einführung von G 8 (Abitur nach 8 Jahren) kann das Land nun den kompletten Jahrgang 13 einsparen. Selbst die Schließung von einem Drittel aller saarländischen Grundschulen unter dem damaligen Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) sollte als Reform verkauft werden. Einsparpotential bot auch die Abschaffung der Hauptschulen und nicht anders ist nun der Ersatz der Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen durch die Gemeinschaftsschule zu verstehen.</p>
<p>Jedoch der Umbau des dreigliedrigen in ein zweigliedriges Schulsystem ist viel weitreichender und gefährlicher als alle bisherigen Eingriffe. Die Einschränkung der Wahlmöglichkeiten auf zwei Schulformen (Gymnasium und Gemeinschaftsschule) könnte dazu führen, dass noch mehr Eltern mit ihren Kindern dem Saarland den Rücken kehren.</p>
<p>Wir werden uns daher im Entstehungsjahr der GemS verstärkt mit allen Aspekten der neuen Schulform auseinandersetzen. Unser nächstes Thema wird sich mit den <strong>Entstehungsbedingungen der Gemeinschaftsschule</strong> beschäftigen. Dabei wird es vor allem um die Frage gehen, warum die GemS mit Hilfe der Linken etabliert werden konnte. Danach folgt eine Übersicht über die <strong>Startbedingungen und die beabsichtigte Ausgestaltung der GemS</strong>.</p>
<p>Im Dateianhang dieses Beitrags finden Sie vorab die schon im Amtsblatt des Saarlandes veröffentlichte neue Schulordnung. Ansonsten bitten wir noch um etwas Geduld &#8230;</p>
Note: There is a file embedded within this post, please visit this post to download the file.
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/2012-das-bildungspolitische-schaltjahr/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Umgang mit der ungeliebten Konkurrenz</title>
		<link>http://www.pisaar.de/der-umgang-mit-der-ungeliebten-konkurrenz/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/der-umgang-mit-der-ungeliebten-konkurrenz/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Oct 2011 10:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Privatschulen]]></category>
		<category><![CDATA[Schulschließungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/samstag-22-oktober-2011/</guid>
		<description><![CDATA[Die Jamaika-Regierung will die Entstehung von Privatschulen erschweren Die saarländische Landesregierung will die Bedingungen für die Entstehung von Privatschulen verschärfen. Dazu hat Bildungsminister Klaus Kessler am 24. September dem Landtag einen Gesetzentwurf vorgelegt, der mit folgendem Wortlaut beginnt: &#8220;Die privaten Ersatzschulen finden seit einigen Jahren bundesweit einen vermehrten Zuspruch. Das hat zu einer Welle von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3>Die Jamaika-Regierung will die Entstehung von Privatschulen erschweren</h3>
<p>Die saarländische Landesregierung will die Bedingungen für die Entstehung von Privatschulen verschärfen. Dazu hat Bildungsminister Klaus Kessler am 24. September dem Landtag einen Gesetzentwurf vorgelegt, der mit folgendem Wortlaut beginnt:<br />
&#8220;Die privaten Ersatzschulen finden seit einigen Jahren bundesweit einen vermehrten Zuspruch. Das hat zu einer Welle von Gründungsinitiativen geführt, die in den Jahren 2007 bis 2010 auch das Saarland erfasst hat &#8230;&#8221;<span id="more-788"></span></p>
<p>Im Anschluss wird dann begründet, wie man diesem &#8220;vermehrten Zuspruch&#8221; begegnen will. Demnach soll für die Leitung einer Privatschule künftig eine &#8220;fachliche Qualifikation&#8221; abverlangt werden. Welche Voraussetzungen an eine solche Qualifikation geknüpft sind, lässt der Gesetzentwurf allerdings offen. Vor allem aber will das Land sein eigenes finanzielles Risiko bei der Gründung einer Privatschule mindern. Die staatlichen Zahlungen zu den laufenden Personal- und Sachkosten, zu denen das Land verpflichtet ist, sollen erst nach einer &#8220;erfolgreichen Gründungsphase&#8221; einsetzen. Auch mit der Gewährung von Baukostenzuschüssen will man sich zunächst einmal zurückhalten. Und zur Begründung dieser Maßnahmen wird immer wieder auf die &#8220;Vorfälle an den Don-Bosco-Schulen&#8221; verwiesen. Zur Erinnerung: Das Jamaika-Bildungsministerium versucht bereits seit Beginn seiner Amtszeit diese Schulen wegen nicht näher erläuterter Vorfälle zu schließen &#8211; und ist damit nun beim Verwaltungsgericht endgültig gescheitert. Wenn an diesen kirchlichen Schulen unerlaubte Erziehungsmaßnahmen stattgefunden haben, dann sollte gegen die Verantwortlichen mit aller Härte vorgegangen werden. Jedoch solche Vorfälle zum Anlass zu nehmen, in einem Rundumschlag gleich sämtliche Schulen zu schließen, hinterlässt einen faden Nachgeschmack. Würde man solche Maßstäbe auf die staatlichen Schulen anwenden, käme es zu einer Schulschließungswelle. Man mag zu dem Erziehungsstil der Pius-Schulen stehen wie man will. Doch in einer pluralistischen Gesellschaft sollte auch den Eltern Rechnung getragen werden, die ihre Kinder nach einem konservativen Weltbild erziehen wollen.</p>
<p>Die zunehmende Zahl von Privatschulen ist zunächst einmal nichts anderes als eine Reaktion auf den maroden Zustand des staatlichen Schulsystems. Eltern, die es sich leisten können, schicken ihre Kinder an Schulen, die nicht den staatliche Restriktionen (zu große Klassen, Lehrermangel, unflexible Strukturen) unterworfen sind. Wer will es ihnen verdenken.<span class="Apple-converted-space">  </span>Das Land sollte daher nicht versuchen, sich der ungeliebten Konkurrenz durch juristische Tricks zu entledigen. Es kann sich seine &#8220;Kundschaft&#8221; nur erhalten, indem es selbst für schulische Bedingungen sorgt, die Privatschulen überflüssig machen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/der-umgang-mit-der-ungeliebten-konkurrenz/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Maßvollere Lösung</title>
		<link>http://www.pisaar.de/massvollere-loesung/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/massvollere-loesung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 18:01:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Schulreform]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/?p=760</guid>
		<description><![CDATA[Geplantes Schulordnungsgesetz ist zumindest ein Fortschritt Der Entwurf des neuen Schulordnungsgesetzes sieht vor, die bisherige Zweizügigkeitsvorschrift durch die Vorgabe einer Mindestgesamtschülerzahl zu ersetzen. Nach der bisherigen Regelung waren für Grundschulen mindestens zwei und für die weiterführenden Schulen drei Klassen pro Klassenstufe erforderlich (Zwei-/Dreizügigkeit). Künftig gelten für die Klassen 1 bis 4 der Grundschulen 80 Kinder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Geplantes Schulordnungsgesetz ist zumindest ein Fortschritt</h4>
<p>Der Entwurf des neuen Schulordnungsgesetzes sieht vor, die bisherige Zweizügigkeitsvorschrift durch die Vorgabe einer Mindestgesamtschülerzahl zu ersetzen. Nach der bisherigen Regelung waren für Grundschulen mindestens zwei und für die weiterführenden Schulen drei Klassen pro Klassenstufe erforderlich (Zwei-/Dreizügigkeit). Künftig gelten für die Klassen 1 bis 4 der Grundschulen 80 Kinder und für die Klassen 5 bis 9 der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen 250 als Untergrenze. Die erst ab dem kommenden Schuljahr entstehenden Gemeinschaftsschulen brauchen diese Mindestschülerzahl erst zum Schuljahr 2016/2017 nachzuweisen. Ihnen bleiben also 5 Jahre Zeit, &#8220;um auf der Grundlage eines standortbezogenen pädagogischen Konzeptes für ihr eigenes Profil als Gemeinschaftsschule zu werben“, so Bildungsminister Kessler. Auf diese Weise könnten, abgesehen von zwei Erweiterten Realschulen, alle bestehenden Schulen erhalten bleiben.</p>
<p>Der Entwurf des neuen Schulordnungsgesetzes befindet sich derzeit in der externen Anhörung, die voraussichtlich in der zweiten Oktoberhälfte abgeschlossen sein wird.<br />
Die vorgesehene Regelung ist zumindest ein Fortschritt gegenüber den bisherigen restriktiven Vorschriften, die eigens geschaffen wurden, um seinerzeit die Grundschulschließungen durchführen zu können.<br />
Die ursprünglich geplante Absicht, wie in Rheinland-Pfalz Schulschließungen vom Einverständnis des Schulträgers abhängig zu machen, wurde offensichtlich wieder fallen gelassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/massvollere-loesung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schulstrukturdebatte: Bildungsminister Kessler reagiert gereizt</title>
		<link>http://www.pisaar.de/schulstrukturdebatte-bildungsminister-kessler-reagiert-gereizt/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/schulstrukturdebatte-bildungsminister-kessler-reagiert-gereizt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 11:53:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eltern]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Schulschließungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/?p=751</guid>
		<description><![CDATA[Der Landeselterninitiative für Bildung wird vorgeworfen, gefährdete Schulstandorte in Misskredit zu bringen Bildungsminister Klaus Kessler reagiert gereizt. Die Landeselterninitiative für Bildung hat in der Samstag-Ausgabe der BILD Saarland eine ganze Reihe von saarländischen Schulen genannt, die nach dem noch geltenden Schulordnungsgesetz in ihrem Bestand gefährdet sind. Kessler wirft der Elternvertretung vor, diese Schulstandorte &#8220;durch die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><a href="http://www.pisaar.de/wp-content/uploads/2009/12/Kessler100.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-253" style="margin: 3pt 5px 5px 0px;" title="Bildungsminister Klaus Kessler" src="http://www.pisaar.de/wp-content/uploads/2009/12/Kessler100.jpg" alt="" width="100" height="145" /></a>Der Landeselterninitiative für Bildung wird vorgeworfen, gefährdete Schulstandorte in Misskredit zu bringen</h4>
<p>Bildungsminister Klaus Kessler reagiert gereizt. Die Landeselterninitiative für Bildung hat in der Samstag-Ausgabe der BILD Saarland eine ganze Reihe von saarländischen Schulen genannt, die nach dem noch geltenden Schulordnungsgesetz in ihrem Bestand gefährdet sind. Kessler wirft der Elternvertretung vor, diese Schulstandorte &#8220;durch die namentliche Nennung  zum jetzigen Zeitpunkt unnötigerweise in Misskredit&#8221; zu bringen.</p>
<p>Was soll diese Aufregung? Bereits im <a title="Eigenmächtige Schulschließungen sind weiterhin möglich" href="http://www.pisaar.de/2009/08/21/eigenmachtige-schulschliesungen-sind-weiterhin-moglich/">August 2009</a> hat die Elterninitiative eine Liste mit 70 gefährdeten Schulen (23 Grundschulen und 47 Erweiterte Realschulen) veröffentlicht (s. Anhang). Weshalb also diese überzogene Reaktion des Ministeriums zum jetzigen Zeitpunkt?</p>
<p>Die Elterninitiative hat demnach schon frühzeitig auf den Missstand hingewiesen, der es nach unserem geltenden Schulordnungsgesetz immer noch erlaubt, rigoros Schulen zu schließen, wenn sie nicht über zwei aufeinander folgende Jahre durchgängig  an Grundschulen zwei  bzw. an Erweiterte Realschulen drei Jahrgangsklassen bilden können. Unser ehemaliger Ministerpräsident Peter Müller wollte noch vor der letzten Landtagswahl diese Regelung entschärfen. Daraus ist jedoch bis heute nichts geworden.</p>
<p>Es ist verständlich, wenn die Eltern endlich Klarheit darüber haben wollen, wie die saarländische Schullandschaft nach der Zusammenführung von Gesamtschulen und Erweiterten Realschulen aussehen wird. Denn ganz offensichtlich wurde hier mal wieder im stillen Kämmerlein irgendetwas ausgebrütet, ohne die Betroffenen wirklich mit einzubeziehen. Wie anders lässt sich erklären, dass Kessler, aufgeschreckt durch die Medien, jetzt auf einmal sofort (heute noch) den Entwurf eines neuen saarländischen Schulordnungsgesetzes der Presse vorstellen wird. Man sollte der Landeselterninitiative und auch allen anderen, die von einer Schulneuordnung betroffen wären, nicht zum Vorwurf machen, wenn sie endlich Planungssicherheit wollen.</p>
<p>Wir werden uns den Entwurf des neuen Schulordnungsgesetzes genau anschauen und darüber berichten. Weitere Schulschließungen sind unserer Ansicht nach durchaus möglich. Klaus Kesslers Pressemitteilung vom heutigen Tag lässt nicht Gutes erahnen: Eine &#8220;&#8230; gleichmäßigere Verteilung der Schülerströme&#8221; soll angestrebt werden. Nach zwei Jahren Jamaika-Regierung würde jetzt auch der Zeitpunkt passen, um noch früh genug vor den nächsten Landtagswahlen in 2014 die unangenehmen Entscheidungen zu verkünden.</p>
Note: There is a file embedded within this post, please visit this post to download the file.
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/schulstrukturdebatte-bildungsminister-kessler-reagiert-gereizt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie der Kahlschlag schön geredet wird</title>
		<link>http://www.pisaar.de/wie-der-kahlschlag-schoen-geredet-wird/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/wie-der-kahlschlag-schoen-geredet-wird/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 16:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Erweiterte Realschule]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtschule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://pisaarwp.pisaar.de/?p=493</guid>
		<description><![CDATA[Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer lobt das Zwei-Säulen-Modell In einem Kommentar für die Online-Ausgabe der Bild am Sonntag verteidigt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die saarländische Entscheidung für das Zwei-Säulen-Modell  mit Gymnasium und Gemeinschaftsschule. Eine eigenständige Hauptschule lehnt sie ab und erteilt damit gleichzeitig den Befürwortern dieser Schulform in ihrer Partei eine Absage. Kahlschlag bei der Schulstruktur Diese [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer lobt das Zwei-Säulen-Modell</strong></p>
<p>In einem <a href="http://www.bild.de/news/standards/bild-kommentar/die-hauptschule-ist-nicht-mehr-zeitgemaess-19749806.bild.html" target="_blank">Kommentar für die Online-Ausgabe der Bild am Sonntag</a> verteidigt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) die saarländische Entscheidung für das Zwei-Säulen-Modell  mit Gymnasium und Gemeinschaftsschule. Eine eigenständige Hauptschule lehnt sie ab und erteilt damit gleichzeitig den Befürwortern dieser Schulform in ihrer Partei eine Absage.</p>
<p><strong>Kahlschlag bei der Schulstruktur</strong><br />
Diese Haltung ist einerseits verständlich. Schließlich hat das Saarland schon 1996 die Hauptschule abgeschafft. Ein Hauptschulabschluss ist seit dem Auslaufen der Schulform nur noch an den Erweiterten Realschulen (ERS) und Gesamtschulen möglich. Die Hauptschule wurde im hochverschuldeten Saarland vor 15 Jahren mit Hilfe von CDU und SPD aus der Verfassung gestrichen. Bundesweiter Vorreiter sind wir hier zu Lande auch bei der Abschaffung der Jahrgangsstufe 13 am Gymnasium (G8) und ganz aktuell soll nun durch die Einführung der Gemeinschaftsschule auch noch die ERS wegrationalisiert werden.</p>
<p>Andererseits will uns die Ministerpräsidentin nun weismachen, dass sich die Fortsetzung des Kahlschlags in der saarländischen Schulstruktur nur segensreich für die betroffenen Eltern und Schüler auswirken könne: &#8220;Mit einer klar gegliederten Schulstruktur haben Eltern Überblick und Sicherheit bei der Schulwahl und Schüler werden ihren Begabungen gemäß gefördert.&#8221;</p>
<p><strong>Eltern verlieren Auswahlmöglichkeiten</strong><br />
Wir meinen: Die Öffentlichkeit soll mal wieder bewusst getäuscht werden. Mit dem Wegfall von Hauptschule, ERS und der Jahrgangsstufe 13 am Gymnasium werden den Eltern wichtige Entscheidungsmöglichkeiten weggenommen. Es ist bekannt, dass Hauptschulen wesentlich besser und gezielter auf den Beruf vorbereiten können als Gesamtschulen, wo Hauptschüler im Unterricht zusammensitzen mit anderen, die mittlere Reife oder vielleicht sogar Abitur machen wollen. Hauptschüler geraten dadurch sehr schnell in die Außenseiterrolle, fühlen sich fehl am Platz und boykottieren den Unterricht. Durch die Trennung in Grundkurse (Leistungsschwächere) und Erweiterungskurse (Leistungsstärkere) bei den Hauptfächern wird diesen Schülerinnen und Schülern erst recht deutlich, dass sie zu den Verlierern gehören. Der ständige Wechsel der beiden Leistungsgruppen von Klassenunterricht (gemeinsam) zu Kursunterricht (getrennt) beeinträchtigt die Unterrichtsqualität und führt auf Dauer zu starken Einschränkungen im Lernfortschritt <strong>beider</strong> Bezugsgruppen. Doch genau dieses System soll nun auf die Gemeinschaftsschulen übertragen werden. Man braucht nur einen Blick auf auf das <a href="http://www.gemeinsam-bilden.de/downloads/Leistungsdifferenzierung_der_Gemeinschaftsschule.pdf" target="_blank">Modell der Leistungsdifferenzierung für die künftige Schulform</a> zu werfen, um zu sehen, welches Chaos die Lehrer und Schüler erwartet.</p>
<p><strong>Leistungen der ERS fallen unter den Tisch</strong><br />
Die ERS, die nun ebenfalls aus der Verfassung gestrichen wird, macht solche Fehler nicht. Dort wird nach der Orientierungsphase ab Klasse 7 grundsätzlich in einen Hauptschulzweig (bis Klasse 9) und einen Realschulzweig (bis Klasse 10) getrennt. Hauptschüler treten daher nicht Tag für Tag in Konkurrenz zu den leistungsfähigeren Mitschülern und es besteht weniger Veranlassung, sich gegenüber den &#8220;Strebern&#8221; durch Unterrichtsstörungen zu profilieren. Sie bleiben bis zum ihrem Abschluss im Klassenverband zusammen. Es gibt also im Gegensatz zur Gesamtschule/Gemeinschaftsschule ein echtes gemeinsames Lernen von immerhin drei Jahren für den Hauptschulabschluss und vier Jahren für die mittlere Reife. Dummerweise werden die ERS im Saarland ab dem nächsten Schuljahr auslaufen. Die Lehrkräfte sind darüber verständlicherweise nicht sehr glücklich. Und den Eltern bleibt jetzt nur noch die Gemeinschaftsschule, wenn ihr Kind nicht für´s Gymnasium geeignet ist.</p>
<p>Das Zwei-Säulen-Modell mit Gymnasium und Gemeinschaftsschule wird durch die gebetsmühlenhafte Wiederholung seiner angeblichen Vorzüge nicht besser. Es ist und bleibt eine Mogelpackung, einzig und allein der Haushaltsnot geschuldet.</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.pisaar.de/bildungsqualitaet/89-cdu-will-hauptschulen-abschaffen" target="_blank">CDU will Hauptschulen abschaffen</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/wie-der-kahlschlag-schoen-geredet-wird/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>CDU will Hauptschulen abschaffen</title>
		<link>http://www.pisaar.de/cdu-will-hauptschulen-abschaffen/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/cdu-will-hauptschulen-abschaffen/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 17:00:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptschulabschluss]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptschule]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptschüler]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://pisaarwp.pisaar.de/?p=514</guid>
		<description><![CDATA[Auch die CDU, die traditionell für das dreigliedrige Schulsystem eintritt, möchte plötzlich nur noch zwei weiterführende Schulformen: Das Gymnasium und eine wie auch immer geartete Oberschule. Die Hauptschule soll abgeschafft werden. Wie man die Existenz der Hauptschüler verdrängt Warum nun dieser Sinneswandel? Schon seit langem gilt die Hauptschule als Restschule. Ihr Ansehen geht zurück. Von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch die CDU, die traditionell für das dreigliedrige Schulsystem eintritt, möchte plötzlich nur noch zwei weiterführende Schulformen: Das Gymnasium und eine wie auch immer geartete Oberschule. Die Hauptschule soll abgeschafft werden.<em><br />
</em></p>
<p><strong>Wie man die Existenz der Hauptschüler verdrängt</strong><br />
Warum nun dieser Sinneswandel? Schon seit langem gilt die Hauptschule als Restschule. Ihr Ansehen geht zurück. Von Stigmatisierung und Ausgrenzung der Hauptschüler ist gar die Rede.<br />
Eine solche Einschätzung ist jedoch rein subjektiver Natur. Denn „Hauptschule“ klingt nicht so gut wie „Gemeinschaftsschule“, „Oberschule“, „Erweiterterte Realschule“, „Gesamtschule“ usw. Die Hauptschulen abschaffen zu wollen hat deshalb neben den ganz banalen Spargründen viel mit Verdrängung zu tun. Ist das Wort erst mal getilgt, kommen auch die „Hauptschüler“ nicht mehr so oft vor &#8211; zumindest im Sprachgebrauch. Dass diese jedoch in der Realität noch in großer Zahl vorhanden sind, wird nach außen hin gern verschwiegen. Man ahnt allenfalls dann etwas von ihrer Existenz, wenn bekanntgegeben wird, wieviele Schulabgänger keinen Hauptschulabschluss haben.</p>
<p><strong>Hauptschüler im Saarland</strong><br />
Im Saarland beträgt der Anteil der Hauptschulabschlüsse an den allgemeinbildenden Schulen 45,2 Prozent (Bildungsbericht 2010). Hauptschüler stellen also neben den Mittlere-Reife-Absolventen (22,7 Prozent) und den Abiturienten (26 Prozent) die weitaus größte Gruppe dar. Der Umgang mit den Hauptschülern ist demgegenüber stiefmütterlich und man würde sie am liebsten komplett unter den Tisch fallen lassen. Und Überlegungen in dieser Richtung werden auch schon angestellt. Langfristig läuft alles darauf hinaus, auch den Hauptschulabschluss abzuschaffen und einen mittleren Bildungsabschluss für alle verbindlich zu machen. Keine Angst! Davon sind wir hier im Saarland noch weit entfernt, es sei denn, die Anforderungen für die mittlere Reife würden an das Hauptschulabschlussniveau angeglichen. Was nach Meinung vieler Lehrkräfte schon eingetreten ist: ein mittlerer Bildungsabschluss, hört man oft, sei heute nicht mehr wert als ein Hauptschulabschluss vor 20 Jahren.</p>
<p><strong>Echte Hauptschulen leisten mehr</strong><br />
Jedenfalls scheint es nicht viel zu bringen, dass wir unsere Hauptschüler in den Schulformen mit den klangvolleren Namen verstecken. Echte Hauptschulen (man könnte sie ja auch anders nennen) sind berufsorientierter, haben wesentlich bessere Fördermöglichkeiten und können gezielter auf die Belange der Schüler eingehen. Kosten aber auch mehr. Welchen Sinn macht es, ein eher praktisch orientiertes Kind in eine Gesamt- oder Gemeinschaftsschule zu stecken, wo es noch dazu eine Fremdsprache lernen muss (obwohl die Schwierigkeiten in Deutsch schon gewaltig sind) und permanent im Schatten der leistungsstärkeren Schüler steht?</p>
<p><strong>Profilierung auf Kosten der Schwachen</strong><br />
Wenn sich also führende CDU-Politiker bundesweit für eine Abschaffung der Hauptschulen einsetzen, haben sie mit Sicherheit nicht vorrangig das Wohl der Kinder im Sinn. Vorsicht ist außerdem immer dann angebracht, wenn Beschlüsse gefasst werden, für die man eigentlich nicht zuständig ist. Bildung ist, wie wir wissen, Ländersache. Aber immerhin durfte Bundesbildungsministerin Annette Schavan auf diese Weise wieder mal etwas sagen, obwohl sie nichts zu sagen hat.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/cdu-will-hauptschulen-abschaffen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die &#8220;Gesamtgemeinschaftsschule&#8221; kommt</title>
		<link>http://www.pisaar.de/die-gesamtgemeinschaftsschule-kommt/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/die-gesamtgemeinschaftsschule-kommt/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 12:21:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulreform]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://pisaarwp.pisaar.de/?p=621</guid>
		<description><![CDATA[Wird die Gemeinschaftsschule eine verunglückte Gesamtschule? Ab dem Schuljahr 2012/2013 soll es im Saarland nur noch zwei weiterführende Schulformen geben: das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule. Nach den bisherigen Plänen des Bildungsministeriums ist das Konzept der Gemeinschaftsschule nahezu identisch mit dem der Gesamtschule, wie sie im Saarland seit etwa 20 Jahren praktiziert wird. Da also in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wird die Gemeinschaftsschule eine verunglückte Gesamtschule?</strong></p>
<p>Ab dem Schuljahr 2012/2013 soll es im Saarland nur noch zwei weiterführende Schulformen geben: das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule. Nach den bisherigen Plänen des Bildungsministeriums ist das Konzept der Gemeinschaftsschule nahezu identisch mit dem der Gesamtschule, wie sie im Saarland seit etwa 20 Jahren praktiziert wird. Da also in Zukunft die Erweiterte Realschule als Alternative wegfallen wird, sollte man sich die Schulform Gesamtschule genauer anschauen, um zu wissen was saarländische Eltern erwartet, die ihr Kind nicht auf`s Gymnasium schicken.</p>
<p><strong>Wie man eine Reform zunichte macht</strong><br />
Um es nochmal deutlich zu machen: <strong>PiSAAR kritisiert nicht die Gesamtschule.</strong> Denn sie ist von der Grundidee her sicherlich eine gute Schule. Nur wurden die guten Ansätze im Laufe der Zeit von der Landespolitik systematisch ausgehöhlt und zunichte gemacht. Was bleibt, ist nur noch ein Abklatsch. Wir haben es daher mit dem typischen Dreischritt einer gescheiterten Schulpolitik zu tun:</p>
<p>1. Am Anfang wird ein hoher Anspruch gesetzt.<br />
2. Der Anspruch kann nicht eingehalten bzw. umgesetzt werden.<br />
3. Das System kippt um und verkehrt sich in sein Gegenteil.</p>
<p><strong>Die Grundidee</strong><br />
Die Gesamtschule sollte Mitte der 80er Jahre im im streng dreigegliederte saarländischen Schulsystem (damals Hauptschule, Realschule und Gymnasium) mehr Chancengleichheit schaffen. Sie hatte jedoch nie die Möglichkeit, dieses Ziel konsequent umzusetzen. Zu groß waren die Vorbehalte aus der politisch konservativen Ecke, zu gewaltig die Vormachtstellung des Gymnasiums. Der CDU war die Gesamtschule schon immer ein Dorn im Auge. Der Argwohn war groß, vor allem in der Anfangsphase, als die neue Schulform noch verhältnismäßig gut ausgestattet war. Genauso wie (Noch-)Ministerpräsident Peter Müller (CDU) jetzt schon wieder davon spricht, dass die angestrebte Gemeinschaftsschule gegenüber dem Gymnasium nicht bevorzugt werden dürfe, achtete man schon damals peinlichst genau darauf, hier keine echte Konkurrenz zur &#8220;heiligen Kuh&#8221; entstehen zu lassen.</p>
<p><strong>Die Reform wird ausgehöhlt</strong><br />
Und es kam, wie es kommen musste: Mit der zunehmenden Verschuldung des Saarlandes verlor die Gesamtschule mehr und mehr an Substanz. Nachdem sie dann auch noch zur Regelschule erklärt wurde (alle Schüler müssen aufgenommen werden), unterlag sie letztlich denselben Sach- und Sparzwängen wie alle anderen saarländischen Schulformen:<br />
Die Klassen und Kurse wurden von Jahr zu Jahr größer. Parallel dazu erhöhte sich allein in den letzten 15 Jahren drei mal die Arbeitszeit der Lehrkräfte. Das Prinzip der doppelten Tutorenschaft (zwei Klassenlehrer für jede Klasse) konnte nicht mehr eingehalten werden. Der Wahlpflichtbereich II wurde aus Kostengründen abgeschafft. Damit entfiel beispielsweise &#8211; sehr zum Ärgernis der Eltern &#8211; das Fach Informatik in Klassenstufe 9 und 10. Förderstunden wurden teilweise gestrichen, die Anzahl der Deputatsstunden für die Lehrkräfte heruntergesetzt.  Auch von der vielbeschworenen &#8220;Durchlässigkeit des Bildungssystems&#8221; ist nicht mehr viel übrig geblieben. Diese sollte garantieren, dass die sogenannten Spätzünder bei erkennbarem Leistungsfortschritt jederzeit in Kurse wechseln können, die ihnen einen besseren Bildungsabschluss ermöglichen. Eine solche Höherstufung erlebt man inzwischen nur noch äußerst selten. Viel häufiger ist der umgekehrte Fall: die Abstufung.<br />
Nicht gerade attraktiv sind auch die Berufsaussichten der Lehrerinnen und Lehrer. Aufstiegsmöglichkeiten gibt es für die Gesamtschullehrkräfte bis heute so gut wie keine. Man setzt auf Idealismus, freiwilliges Engagement und Bescheidenheit. Befördert werden kann nur, wer der Schulleitung angehört. Solche Leitungsfunktionen sind allerdings (im Vergleich zum Gymnasium und den berufsbilden Schulen) sehr knapp bemessen und um dort hin zu kommen, sind neben fachlichen Anforderungen auch klare Bekenntnisse zu den Prinzipien der Gesamtschule erforderlich.</p>
<p><strong>Das System kollabiert</strong><br />
Die Gesamtschule sollte demnach ihre reformpädagogischen Ziele mit immer geringeren Ressourcen verwirklichen. Gleichzeitig stieg der Zulauf zum Gymnasium weiter an. Kinder mit gymnasialer Empfehlung werden inzwischen an Gesamtschulen nur noch selten angemeldet. Es überwiegt die Zahl derer, für die (eigentlich) nur ein Haupschulabschluss in Frage kommt. Der sonderpädagogische Unterstützungsbedarf nimmt von Jahr zu Jahr zu und der Abstand zum Gymnasium wird immer größer. Der Anspruch, alle Abschlüsse anbieten zu können (also auch das Abitur), kann vielfach nur noch durch starke Abstriche bei den Leistungsanforderungen eingelöst werden. Die Gesamtschullehrkräfte, von denen in höherem Maße Engagement erwartet wird, haben zu kämpfen mit immer mehr verhaltensauffälligen Kindern, mit großen Disziplin- und Konzentrationsschwierigkeiten, mit vielen Vertretungsstunden wegen Lehrermangels und einer Überalterung des Kollegiums, mit Schulverweigerern, ignoranten Eltern und einem enorm gestiegenen Verwaltungsaufwand. Die Arbeitsbedingungen sind teilweise katastrophal und die Qualität des Unterrichts bleibt dabei vielfach auf der Strecke. Das System Gesamtschule kollabiert. Manchmal geht es nur noch darum, den Schulbetrieb irgendwie aufrecht zu erhalten.</p>
<p><strong>Schildertausch</strong><br />
Doch damit ist letztlich niemand wirklich gedient und es wäre schlichtweg paradox, nur die Schilder auszutauschen und diese Schulform in einer abgespeckten Version auf die Gemeinschaftsschule zu übertragen, wie das momentan geplant ist. Wer das so will, der hat keine Ahnung von der Schulwirklichkeit oder es geht ihm nur um´s Sparen. Doch wehe dem, der etwas Negatives sagt! Denn schließlich könnte sich jede Äußerung, die das Dogma Gesamtschule nicht in strahlendem Licht erscheinen lässt, auf die Zahl der Anmeldungen auswirken.<br />
Es ist natürlich verständlich, dass Schulen möglicht viele neue Klassen bilden wollen. Doch es macht auf Dauer keinen Sinn, den Eltern deswegen Leistungen vorzugaukeln, die nicht oder nur ansatzweise erbracht werden können. Es hat auch keinen Zweck, ein Schulimage zu verordnen. Engagement lässt sich nicht vorschreiben. Engagement kann auch nur dann Bestand haben, wenn gleichzeitig die Arbeitsbedingungen stimmen und eine angemessene Wertschätzung der geleisteten Arbeit zu erkennen ist.<br />
Jedenfalls sind sich die Kritiker darin einig: Die Schuldenbremse, eine wortbrüchige Jamaika-Regierung und vor allem die inzwischen bedrohlich angewachsenen Schwierigkeiten des Saarlandes, den Lehrkräftebedarf zu decken, lassen befürchten, dass die Gemeinschaftsschule noch hinter dem zurückbleibt, was wir von der Gesamtschule kennen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/die-gesamtgemeinschaftsschule-kommt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Gemeinschaftsschule und das Abitur</title>
		<link>http://www.pisaar.de/die-gemeinschaftsschule-und-das-abitur/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/die-gemeinschaftsschule-und-das-abitur/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 20:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Abitur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtschule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/?p=435</guid>
		<description><![CDATA[Für die Akzeptanz der künftigen Gemeinschaftsschule ist es von entscheidender Bedeutung, einen alternativen Weg zum Abitur anbieten zu können. An diesem Merkmal wird krampfhaft festgehalten. Abitur muss sein &#8211; um jeden Preis! Da das bisherige Konzept der Gemeinschaftsschule (Eckpunktepapier des Bildungsministeriums) sich sehr stark an das der Gesamtschule anlehnt, müssen wir davon ausgehen, dass auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für die Akzeptanz der künftigen Gemeinschaftsschule ist es von entscheidender Bedeutung, einen alternativen Weg zum Abitur anbieten zu können. An diesem Merkmal wird krampfhaft festgehalten. Abitur muss sein &#8211; um jeden Preis! Da das bisherige <a href="http://www.pisaar.de/wp-content/files/Eckpunktepapier_Gemeinschaftsschule.pdf" target="_blank">Konzept der Gemeinschaftsschule</a> (Eckpunktepapier des Bildungsministeriums) sich sehr stark an das der Gesamtschule anlehnt, müssen wir davon ausgehen, dass auch an der neuen Schulform das Abitur &#8220;gesamtschulmäßig&#8221; gestrickt wird. Um also etwas über die künftige Qualität des alternativen Abiturs auszusagen, lohnt sich ein Blick auf die bisherige Gesamtschulpraxis.</p>
<p><strong>Abiturvorbereitung völlig unzulänglich</strong></p>
<p>Danach werden potentielle Abiturientinnen und Abiturienten in den Fächern Mathematik und den Fremdsprachen (ab Klasse 7), in Deutsch (ab Klasse 8 ) sowie in Physik und Chemie (ab Klasse 9) in sogenannte Erweiterungskurse (EKs) eingeteilt, die zur mittleren Reife führen sollen. Alle anderen Fächer werden im Klassenverband unterrichtet. Im 5. und 6. Schuljahr gibt es noch keine Kurse und die Klassen bleiben immer zusammen. Dort wird das Leistungsbild vor allem durch das Niveau der Hauptschüler bestimmt, die zahlenmäßig überwiegen. Die wenigen sehr leistungsfähigen Schüler sind im Klassenverband eigentlich fehl am Platz.<br />
Eine Vorbereitung auf das Abitur setzt ansatzweise erst im 10. Schuljahr ein. Dort gibt es erstmals neben den Erweiterungskursen auch noch sogenannte Aufbaukurse. Aufbaukurse werden an wenigen Gesamtschulen zwar auch schon in Klasse 9 eingerichtet, meistens finden sich jedoch zu wenig dafür in Frage kommende Kandidaten. Die Kurse wären zu klein (und damit zu teuer) und werden deshalb nicht genehmigt.</p>
<p><strong>Die Gesamtschule und das &#8220;gymnasiale Niveau&#8221;</strong></p>
<p>In den Aufbaukursen soll nun erstmals, wie es heißt, auf &#8220;gymnasialem Niveau&#8221; unterrichtet werden. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass Schülerinnen und Schüler auf den Stand des Gymnasiums in Klasse 10 gebracht werden. Das wäre völlig unrealistisch, denn dann müssten innerhalb eines Jahres alle Rückstände ausgeglichen werden, die sich in den vorhergehenden fünf Jahren gegenüber dem Gymnasium gebildet haben. Nein, es wird lediglich etwas mehr Stoff unterrichtet als in den EKs. Um jetzt den Sprung in die Oberstufe zu schaffen, braucht die Schülerin/der Schüler in den Hauptfächern (davon zwei aus Deutsch, Mathematik oder der Fremdsprache) drei Aufbaukurse mit insgesamt mindestens ausreichenden Noten (4 von 15 Punkten!).<br />
Kurz gesagt, der Eintritt in die Oberstufe nach Klasse 10 erfolgt nach einer schwachen, nur auf wenige Fächer bezogenen Vorbereitung auf die mittlere Reife. Ein Übergang in die Klasse 11 der gymnasialen Oberstufe ist in dem Fall illusorisch. In Frage käme höchstens eine Wiederholung der Klasse 10 am Gymnasium, aber selbst dann wären die Lücken bei den Gesamtschülern aller Wahrscheinlichkeit noch zu groß. Dieses Dilemma hat man frühzeitig erkannt. Deshalb wurden spezielle Gesamtschul-Oberstufen geschaffen, die im Verbund mit mehreren Gesamtschul-Standorten zusammenarbeiten, um ausreichend Schüler rekrutieren zu können. Solche Oberstufen bestehen aus den Klassen 11 bis 13, ermöglichen somit das Abitur nach 9 Jahren, also ein Jahr später als am Gymnasium.</p>
<p><strong>Anpassung nach unten</strong></p>
<p>Jetzt sollte man meinen, dass in diesen drei Jahren ordentlich rangeklotzt wird, um trotz der mageren Voraussetzungen das Abitur zu schaffen. Doch diese Annahme trifft erfahrungsgemäß auf den größten Teil dieser Oberstufenschülerinnen und -schüler nicht zu. Viele haben den Sprung in die Klasse 11 geschafft, ohne dass sie sich in der Mittelstufe groß anstrengen mussten. Schließlich war das Arbeitspensum auf Hauptschul- oder allenfalls Mittlere-Reife-Niveau zugeschnitten.<br />
Es hat sich also eine problematische Arbeitshaltung herausgebildet, die vielfach auch nach dem Eintritt in die Oberstufe beibehalten wird. Lehrkräfte an den Gesamtschul-Oberstufen sind verzweifelt. Doch die meisten passen sich angesichts der gewaltigen Defizite irgendwann den Gegebenheiten an und sehen sich gezwungen, die Anforderungen herunterzuschrauben. Schließlich hat man keine Lust, immer nur der &#8220;böse Lehrer&#8221; zu sein, der die schlechten Noten gibt. Sowas wird auch bei den Zeugniskonferenzen nicht gern gesehen. Wer dagegen viele gute Noten macht, gilt unterschwellig immer noch als guter bzw. erfolgreicher Pädagoge. Auf diese Weise machen letztlich fast alle ihr Abitur und hinterher fragt niemand mehr, wie sie das geschafft haben. Hauptsache ist: die Gesamtschule hat ihre Abiturienten.</p>
<p><strong>Zu wenig Anreize für leistungsstarke Kinder</strong></p>
<p>Um jetzt nicht falsch verstanden zu werden: Es geht mir nicht darum, die Gesamtschule schlecht zu reden. Wichtig ist es jedoch, auf negative Auswüchse aufmerksam zu machen. Für diese Fehlentwicklungen ist auch nicht die Gesamtschule verantwortlich, sondern die unselige Konkurrenz zum Gymnasium, das die guten Schüler vereinnahmt. Seitdem im Saarland die Gesamtschule zur Regelschule erklärt wurde, unterliegt sie zudem wie alle anderen Schulen den Spar-Restriktionen. Es ist daher einfach ein schlechter Witz, dass man zwar unbedingt Abiturienten vorweisen will, jedoch kein Geld investiert, um die in Frage kommenden Schüler entsprechend vorzubereiten. Aufbaukurse müssten m.E. spätestens in Klasse 8 einsetzen und nicht erst in 10. Auch auf die &#8220;Gefahr&#8221; hin, dass diese Kurse sehr klein werden könnten. Gute Schülerinnen und Schüler brauchen eine Herausforderung &#8211; und zwar so früh wie möglich. Die Fehler, die an der Gesamtschule gemacht werden, sollten sich an der Gemeinschaftsschule nicht wiederholen!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/die-gemeinschaftsschule-und-das-abitur/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gemeinschaftsschule &#8211; Zauberwort &#8220;Binnendifferenzierung&#8221;</title>
		<link>http://www.pisaar.de/gemeinschaftsschule-zauberwort-binnendifferenzierung/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/gemeinschaftsschule-zauberwort-binnendifferenzierung/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Sep 2010 13:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungsqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulreform]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/?p=418</guid>
		<description><![CDATA[Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass die wichtigsten schulpolitischen Entscheidungen von Leuten getroffen werden, die wenig oder nichts von der schulischen Realität wissen? Politiker, die seit ihrer eigenen Schulzeit noch nie eine Klasse von innen gesehen haben, sind davon überzeugt, für unsere Kinder das Richtige zu beschließen. Dabei verlassen sie sich gern auf jenes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist Ihnen eigentlich schon mal aufgefallen, dass die wichtigsten schulpolitischen Entscheidungen von Leuten getroffen werden, die wenig oder nichts von der schulischen Realität wissen? Politiker, die seit ihrer eigenen Schulzeit noch nie eine Klasse von innen gesehen haben, sind davon überzeugt, für unsere Kinder das Richtige zu beschließen. Dabei verlassen sie sich gern auf jenes Bauchgefühl, das sie selbst noch von Schule haben oder sie schließen sich irgendwelchen Thesen an, die ihnen gerade ins (Spar)konzept passen. Ich habe noch nie erlebt, dass ein solcher Entscheidungsträger mal in die Schule gegangen wäre um dort die Lehrkräfte (geschweige denn die Schüler) zu fragen, was die denn von ihren Plänen halten und wie sie damit zurechtkommen könnten.</p>
<p>Auch beim Thema Gemeinschaftsschule beschleicht mich das ungute Gefühle, dass hier mal wieder die Rechnung ohne den Wirt gemacht werden soll. Denn es geistern inzwischen unreflektiert alle möglichen Vorschläge durch die saarländische Bildungslandschaft. Insbesondere einen müssen wir wohl ernst nehmen. Er verbirgt sich hinter dem Zauberwort <em><strong>Binnendifferenzierung</strong></em> oder auch <em><strong>innere Fachleistungsdifferenzierung</strong></em>.</p>
<p><strong>Die eierlegende Wollmilchsau</strong></p>
<p>Bei der inneren Fachleistungsdifferenzierung entfällt die Einteilung in Kurse für verschiedene Leistungsstufen (äußere Fachleistungsdifferenzierung). Der Klassenverband bleibt erhalten (Stichwort: gemeinsames Lernen). Um dennoch den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, Kenntnissen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden, teilt man die Klasse in verschiedene Gruppen ein, die wiederum verschieden unterrichtet werden. Die Lehrkräfte sollen &#8211; so die Theorie &#8211; nach Möglichkeit jeden Schüler dort abholen, wo er steht. Das bedeutet konkret: unterschiedliche Unterrichtsvorbereitungen, unterschiedliche Hilfestellung und unterschiedliche Leistungsfeststellung. Zudem sollte natürlich immer darauf geachtet werden, dass keine Gruppe benachteiligt oder bevorzugt wird.</p>
<p><strong>Warum Binnendifferenzierung bei uns fast nie funktioniert</strong></p>
<p>Dahinter steckt die Erkenntnis, dass heterogene Leistungsgruppen gut voneinander lernen können. Entsprechende Erfahrungen gibt es z.B. an Schulen mit jahrgangsübergreifendem Unterricht. Die Jüngeren lernen von den Älteren und umgekehrt. Heterogene Gruppen müssen jedoch ausgewogen sein. Gesamtschulen, die sich die Schüler noch aussuchen können, legen bei der Aufnahme Wert auf einen sogenannten Drittel-Mix: ein Drittel mit Gymnasialempfehlung, ein Drittel mit der Eignung für die mittlere Reife und ein Drittel Hauptschüler. Von einer solchen Aufteilung kann jedoch an den saarländischen Gesamtschulen schon lange keine Rede mehr sein. Kinder mit Gymnasialempfehlung kommen kaum noch, sie werden nahezu komplett von den Gymnasien geschluckt. Lediglich an Gesamtschulstandorten mit wenig Gymnasien im Umkreis werden noch vereinzelt Kinder mit Gymnasialempfehlung angemeldet. Schon seit Jahren nehmen die saarländischen Gesamtschulen nur noch Kinder aus dem unteren Leistungsspektrum auf. Die meisten erreichen einen Hauptschulabschluss. Der Anteil der Mittlere-Reife-Absolventen beträgt allenfalls ein Drittel, wird allerdings oft &#8220;künstlich&#8221; erhöht.<br />
In solchen Klassen binnendifferenziert zu unterrichten ist mühselig, wenn nicht unmöglich. Es funktioniert allenfalls noch in Grundschulen mit entsprechend kleinen Lerngruppen. Selbst eine maximale Klassenstärke von 23 Schülern, wie sie von der Saar-SPD für die Gemeinschaftsschulen gefordert wird, wäre unter den heutigen Umständen noch zu groß. Zudem müsste die Unterrichtsverpflichtung der saarländischen Lehrkräfte (sie ist bundesweit mit die höchste) deutlich gesenkt werden, denn der Aufwand für den Unterricht steigt beträchtlich.</p>
<p><strong>Alles scheitert am Gymnasium</strong></p>
<p>Wenn die &#8220;Macher&#8221; der Gemeinschaftsschule den Klassenverband durchgängig aufrechterhalten und binnendifferenzierten Unterricht verbindlich machen wollen, geht das nur über wesentlich kleinere Klassen als bisher, für die entprechend mehr Lehrkräfte eingestellt werden müssten. Da viele Lehrerinnen und Lehrer nicht gelernt haben, binnendifferenziert zu arbeiten, ist auch die Teilnahme an <em></em>Fortbildungsveranstaltungen erforderlich. Doch letztlich nützt der ganze Aufwand wenig, wenn den Gemeinschaftsschulen die guten Schüler fehlen, die alle ans Gymnasium gehen. Und daran wird sich wohl kaum etwas ändern, solange die Vormachtstellung des Gymnasiums in seiner bisherigen Form als Instrument der (viel zu) frühen Auslese nicht angetastet wird.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/gemeinschaftsschule-zauberwort-binnendifferenzierung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gemeinschaftsschule &#8211; Neubeginn oder neue Sparmaßnahme?</title>
		<link>http://www.pisaar.de/gemeinschaftsschule-neubeginn-oder-neue-sparmassnahme/</link>
		<comments>http://www.pisaar.de/gemeinschaftsschule-neubeginn-oder-neue-sparmassnahme/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 14 Sep 2010 22:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Muckraker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemeinschaftsschule]]></category>
		<category><![CDATA[Schulstruktur]]></category>
		<category><![CDATA[Gesamtschule]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.pisaar.de/?p=411</guid>
		<description><![CDATA[Die Gemeinschaftsschule wird aller Voraussicht nach kommen. Erweitertete Realschulen (ERS) und Gesamtschulen werden zu einer Schulform zusammengefasst. Danach besteht im Saarland für die Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) nur noch die Wahlmöglichkeit zwischen Gemeinschaftsschule und Gymnasium. Die neue Schulform soll laut Koalitionsvereinbarungen zum Schuljahr 2013/14 starten. Dann allerdings schon mit dem 5. Schuljahr und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Gemeinschaftsschule wird aller Voraussicht nach kommen. Erweitertete Realschulen (ERS) und Gesamtschulen werden zu einer Schulform zusammengefasst. Danach besteht im Saarland für die Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) nur noch die Wahlmöglichkeit zwischen Gemeinschaftsschule und Gymnasium.</p>
<p>Die neue Schulform soll laut Koalitionsvereinbarungen zum Schuljahr 2013/14 starten. Dann allerdings schon mit dem 5. Schuljahr und nicht wie geplant mit dem sechsten, denn die Pläne zur Verlängerung der Grundschulzeit auf fünf Jahre sind inzwischen endgültig vom Tisch. Die Gemeinschaftsschule wird alle Schulabschlüsse anbieten, also Haupschulabschluss, mittlere Reife und Abitur nach 13 Jahren. Um sie im Saarland zu etablieren, bedarf es allerdings einer Verfassungsänderung. Die bisherigen Schulformen Erweiterte Realschule und Gesamtschule sollen in der saarländischen Verfassung gestrichen und durch Gemeinschaftsschule ersetzt werden. Dazu ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, die wiederum nur mit Hilfe mindestens einer der Oppositionsparteien SPD oder der Linken erreicht werden kann.</p>
<p><strong>Die Planer haben keinen Plan</strong></p>
<p>Wie die Gemeinschaftsschule funktionieren soll, weiß bis jetzt noch niemand so richtig. Im Koalitionsvertrag der Jamaika-Regierungsparteien findet man allenfalls vage Formulierungen. So soll etwa den Gemeinschaftsschulen bei der Bildung von Kursen „ein hohes Maß an Gestaltungsfreiheit“ eingeräumt werden. Auch solle die Kursbildung für leistungsschwächere und leistungsstärkere Schüler (äußere Fachleistungsdifferenzierung) zum Zwecke des längeren gemeinsamen Lernens „möglichst spät“ einsetzen. Um dennoch dem unterschiedlichen Lern- und Leistungsniveau gerecht zu werden, könnten anstelle von Kursen auch „klasseninterne Lerngruppen“ gebildet werden (Stichwort: innere Fachleistungsdifferenzierung). In Klaus Kesslers Regierungserklärung zur Bildungspolitik vom 25. August ist neben unverbindlichen Formulierungen noch davon die Rede, die „Durchlässigkeit zwischen den Bildungsgängen so lange wie möglich“ zu erhalten. Durchlässigkeit bedeutet, dass es beispielsweise für einen angehenden Hauptschüler bei entsprechender Leistung möglich sein soll, in einen Kurs zu wechseln, der zur mittleren Reife befähigt. Auf jeden Fall aber sollen in der Gemeinschaftsschule Elemente beider Schulformen (ERS und Gesamtschule) enthalten sein.</p>
<p>Es ist also noch alles offen. Auch die Landeselternvertretung der Gesamtschulen kritisiert die bisherigen Vorstellungen der Jamaika-Regierung zur Gemeinschaftsschule als &#8220;nicht aussagekräftig&#8221;. Die erste Sitzung des sogenannten saarländischen Bildungsgipfels mit den Spitzenpolitikern aller Landtagsparteien konnte ebenfalls kein Licht in die Dunkelheit bringen. Dort hatten die Vertreter der Regierungsparteien einschließlich Bildungsminister Kessler noch gar nichts zu sagen. Die Opposition (SPD und Linke) solle doch gefälligst erst mal ihre Vorschläge machen. Wissen die Jamaikaner eigentlich, was sie wollen?</p>
<p><strong>Wenn Ignoranten das Schicksal von Kindern bestimmen</strong></p>
<p>Anscheinend nicht. Was sie wahrscheinlich auf jeden Fall wollen, ist den Spareffekt, der durch die Zusammenfassung von ERS und Gesamtschule erzielt werden kann. Größere Klassen und Schulschließungen sind angesagt, wenn die Schaffung der Gemeinschaftsschule in erster Linie als Sparmaßnahme verstanden wird. Solche &#8220;bösen Absichten&#8221; würde hierzulande jedoch kein Politiker zugeben. Gilt es doch immer noch als verpönt, auf dem Rücken der Kinder zu sparen. Dennoch ist dies die gängige Praxis. Es ist deshalb auch kein Zufall, dass das Saarland als erstes Bundesland auf die Idee kam, die Schulzeit bis zum Abitur auf acht Jahre zu kürzen, um damit einen ganzen Jahrgang einzusparen. Auch die Schließung von etwa einem Drittel aller Grundschulen galt offiziell nicht als Sparmaßnahme, sondern sollte allen Ernstes mit ein paar zusätzlichen Förderstunden als pädagogisch sinnvoll verkauft werden. Deutschland liegt bei den Bildungsausgaben international auf den hintersten Rängen. Das Saarland ist innerhalb dieses deutschen föderalen Sammelsuriums dann wiederum einsames Schlusslicht bei den Ausgaben pro Schüler im Sekundarbereich I. Es ist das schlimmste Armutszeugnis bundesweit und es zeugt von der Kurzsichtigkeit unserer Landespolitiker, die einfach nicht wahrhaben wollen, dass sich Investitionen in Bildung langfristig immer auszahlen. Es scheint daher auch niemand nachdenklich zu stimmen, wenn beispielsweise der Ausbildungsleiter von Bosch in Homburg offen bekennt, dass es inzwischen so gut wie keine geeigneten Hauptschüler mehr gebe, die für ihre Ausbildungsstellen in Frage kommen. Das Unternehmen schafft es mit Mühe und Not, bei jährlich bis zu 600 Bewerbern gerade mal 40 Lehrstellen zu besetzen. Die Zukunft unserer Kinder wird von Provinzpolitikern bestimmt, von Ignoranten, denen vordergründige Prestigeobjekte wie Ghondwana oder ein eigener Flughafen wichtiger sind als eine gute Bildung für möglichst viele.</p>
<p><strong>Eine neue Chance</strong></p>
<p>Die Schaffung einer neuen Schulstruktur bietet jedoch auch die einmalige Chance für einen Kurswechsel. Wir hätten jetzt die Gelegenheit, etwas wirklich Neues zu machen und uns endgültig von der saarländischen Tradition der Schmalspurbildung zu verabschieden. Die Gemeinschaftsschule müsste daher so ausgestattet werden, dass sie eine echte Alternative zum Gymnasium darstellt. Sie sollte auch für Eltern attraktiv sein, die ihr Kind auf das Gymnasium schicken könnten, aber nichts von G8 halten. Zum Image einer leistungsfähigen Schule gehören auch leistungsfähige Kinder. Wenn die allerdings weiterhin überwiegend auf´s Gymnasium gehen, bleibt die Gemeinschaftsschule das, was ERS und Gesamtschulen schon vorher waren: die zweite Garnitur, die schlechtere Alternative.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.pisaar.de/gemeinschaftsschule-neubeginn-oder-neue-sparmassnahme/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

