PISAAR

Blog zur saarländischen Bildungspolitik


Eltern wollen großen Fortschritt in der Bildungspolitik

Erstellt von Arno Malburg am Sonntag 13. September 2009

Die Landeselterninitiative für Bildung hat an alle im neuen Landtag vertretenen Parteien appelliert, im Interesse der Entwicklung der Kinder und der Zukunft des Landes bei den Koalitionsverhandlungen zur Bildungspolitik nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner auszuloten. “Wir fordern die Politiker dazu auf, das Saarland zu einem Modellland für Schulentwicklung zu machen und dazu für einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu werben”, sagte Bernhard Strube, der Sprecher der Landeselterninitiative für Bildung.

Der wichtigste Faktor für die soziale und wirtschaftliche Zukunft des Landes sei eben eine nachhaltige Bildung vom Kindergarten bis zur Hochschule. Als Beispiel dafür könne die finnische Schulpolitik dienen. Sie widerlege deutsche Argumentationen, dass Chancengleichheit auf Kosten des Leistungsniveaus gehe. Wie in Finnland brauchten die Schulen eine fest verankerte individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler in kleinen Lerneinheiten, eine Lernkultur der Wertschätzung und das Prinzip “Kein Kind darf zurückgelassen werden”, so Strube. Dazu müssten Schulen mehr Freiräume bekommen und bei einem besseren Tagesrhythmus mehr Zeit mit den Schülern, um ihre pädagogische Kompetenz entfalten zu können. Auch müsse die sozialpädagogische und (schul)psychologische Beratung ausgebaut werden. Die zurückgehenden Schülerzahlen könnten dazu genutzt werden, die Betreuungssituation zu verbessern und Lerndefizite sowie individuelle Probleme von Schülern rascher und klarer zu erkennen sowie umfassender und gründlicher aufzuarbeiten. “Jedes Kind muss zu seinem persönlichen Leistungsmaximum geführt, Sitzenbleiben und Abschulen müssen vermieden werden”, heißt es bei den Eltern weiter. Schule müsse sich den Bedürfnissen der Kinder anpassen und nicht umgekehrt. Dazu gehöre auch, das allgemeine Bildungssystem für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und besonderen Bedürfnissen beim Lernen zu öffnen und ihnen damit gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Kommentar schreiben