130 neue Lehrer für die Grundschulen??

Bildungsminister Ulrich Commerçon rechnet angesichts der hohen Zahl von Flüchtlingskindern für das laufende Schuljahr mit 90 zusätzlichen Klassen. Statt der zunächst vorgesehenen Einsparung von Lehrerstellen sollen nun an den Grundschulen 130 neue Lehrkräfte eingestellt werden.

Die Absicht in Ehren. Nur weiß bis jetzt noch niemand, wo dieses Personal herkommen soll. Denn jetzt rächen sich die Fehler der Vergangenheit. Die Arbeitsbedingungen an den saarländischen Grundschulen haben sich in den letzten Jahren zunehmend verschlechtert. Die Inklusion musste ohne hinreichende Vorbereitung gestemmt werden. Die zulässige Klassenstärke ist immer noch unverhältnismäßig hoch und liegt bei 29 Kindern. Grundschullehrer werden schlechter bezahlt als ihre Kolleginnen und Kollegen an den weiterführenden Schulen. Und die Aufstiegschancen sind miserabel. Seit Jahren haben die Grundschulen Probleme, Kandidaten für die Schulleitung zu finden. Der Job bringt nur jede Menge Mehrarbeit und zahlt sich finanziell nicht aus.

Es ist also zu befürchten, dass die bisherigen Grundschullehrkräfte alle Probleme, die sich durch die Aufnahme der Flüchtlingskinder ergeben, noch zusätzlich schultern müssen.

Bleibt es bei der Ankündigung?
Vielleicht haben wir es aber auch nur mit einer reinen Ankündigungsmaßnahme zu tun. Denn wer wird nachprüfen, wieviele neue Lehrer tatsächlich eingestellt werden?
Schulen sind in dieser Hinsicht geschlossene Systeme. Nichts dringt nach außen. Doch zumindest beim Thema Unterrichtsausfall könnte sich das in Zukunft ändern. Denn es gibt jetzt ein Fehlstunden-Portal. Dort habe alle von Unterrichtsausfall Betroffenen die Möglichkeit, Fehlstunden zu veröffentlichen. Machen Sie davon Gebrauch!

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